Einfahrt von zukunftsweisendem Service – die Deutsche Bahn öffnet die Tore für Startups

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Die Deutsche Bahn stellt sich der digitalen Zukunft. Bereits letztes Jahr starteten sechs 4.0-Initiativen. Überall im Konzern wird intensiv daran gearbeitet, die Digitalisierung der Deutschen Bahn voranzutreiben. Mittlerweile werden ca. 260 Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Nun geht das Unternehmen einen Schritt weiter und setzt auf die Unterstützung von Startups.

Der Begriff „Open Innovation“ ist seit den aktuellen „Industrie 4.0“-Initiativen in aller Munde. Unternehmen bauen dabei auf die Unterstützung der Außenwelt zur Vergrößerung des Innovationspotenzials.

In der mindbox Berlin hat die Deutsche Bahn einen Ort geschaffen, der verschiedenen Aktivitäten der Initiative Infrastruktur 4.0 örtlich bündelt. In dem Innovationslabor der DB an der Berliner Jannowitzbrücke sollen Startups gezielt an der technologischen Weiterentwicklung der Deutschen Bahn beteiligt werden. Neben dem aktuell laufenden Acceleratorprogramm, regelmäßig organisierten Hackathons und der offenen Daten-Plattform werden auch sogenannte Challenges durchgeführt.

Startup Germany: Herr Dr. Wolter, in dem Stadtbahnviadukt des S-Bahnhofs Jannowitzbrücke hat die DB die mindbox eingerichtet. Warum hat sich die DB ausgerechnet für diesen Standort entschieden?

Dr. Frank Wolter: Wir haben uns bewusst für Berlin als Standort entschieden, obwohl viele unserer Geschäftsfelder in Frankfurt ansässig sind. Ausschlaggebend war, dass Berlin nicht nur ein wichtiger Forschungsstandort ist, sondern auch die größte Startup- und Gründerszene Deutschlands hat. Wir haben darüber hinaus einen Ort außerhalb unserer Arbeitsstätten gesucht, quasi eine neutrale Begegnungsplattform. Hier wollen wir uns austauschen und mit Dritten auf Augenhöhe zusammen arbeiten, Bestehendes hinterfragen und abseits ausgetretener Pfade nach neuen Wegen suchen. Unser Ressortvorstand hatte die Idee, in einen Bahnhof zu ziehen. Nach kurzer Suche haben wir freie Räume in der Jannowitzbrücke gefunden. Es passte hier einfach alles gut zusammen!

Startup Germany: Warum stellt gerade Open Innovation bzw. Crowdsourcing eine Chance für die DB dar?

Dr. Frank Wolter: Wir möchten bei der Weiterentwicklung der DB neben dem Know-how unserer Mitarbeiter und Zulieferer auch zusätzlichen Input von außen nutzen. Im Kontext der Digitalisierung sind dabei gerade auch hochdynamische Entwickler, Gründer und Startups von Bedeutung, deren Ansätze wir einbeziehen möchten. Dabei wollen wir auf diesem Wege früh marktverändernde Innovationen erkennen, neue Geschäfte erschließen, unsere Qualität mit innovativen Lösungen steigern oder Kosten senken. Weiterhin möchten wir auch etwas von der Gründerkultur in die Bahn bringen: Unkonventionelles Denken, schnelle Entwicklung von Prototypen und vielversprechende Ansätze einfach auch mal ausprobieren. Auch Scheitern muss dabei ausdrücklich erlaubt sein.

Startup Germany: Wie helfen Digitalisierung und Crowdsourcing konkret, die anstehenden Herausforderungen der DB zu meistern?

Dr. Frank Wolter: Die Digitalisierung bedeutet, dass wir unsere Infrastruktur, aber auch das rollende Material mit Sensoren ausstatten und diese Sensoren fortwährend Zustandsdaten erheben. Das kann uns u. a. helfen, unsere Instandhaltung schneller und besser zu machen. Weiterhin fallen zunehmend mehr Daten an, die sich analysieren lassen, um beispielsweise neue Zusammenhänge zu erkennen. Auch kann die Verbindung DB-eigener Daten mit externen Daten neue Erkenntnisse und Anwendungen ermöglichen, zum Beispiel eine Verbesserung der Verspätungsprognostik. Crowdsourcing bedeutet hingegen, dass wir nicht nur auf das Know-how unserer Mitarbeiter setzen. Wir suchen auch wertvolle Impulse für unsere Weiterentwicklung von außen. Dafür nutzen wir Hackathons, unser Accelerator-Programm und auch Challenges. Die eingebrachten Ideen, Technologien und Verfahren prüfen wir auf ihre Eignung für die Deutsche Bahn.

Startup Germany: Sie sind Projektleiter für Challenges in der mindbox. Wie verstehen Sie und Ihr Team ihren Arbeitsauftrag?

Dr. Frank Wolter: Challenges beruhen auf konkreten Herausforderungen oder Aufgaben bei der DB, zu denen wir Impulse von außen suchen. Unsere Rolle als Team ist es, partnerschaftlich mit den DB-Geschäftsfeldern die Themenstellungen zu identifizieren, für die sich eine Challenge besonders eignet. Wir machen die Aufgaben öffentlich und fragen nach innovativen Lösungsbeiträgen. Dabei wird für den oder die besten Beiträge ein Preisgeld ausgeschrieben und verschiedene Bewerber treten mit ihren Lösungen in den Wettstreit. Wir unterstützen bei Ausgestaltung und Durchführung der Challenge. Wo erforderlich, binden wir weitere Partner zur Durchführung ein und koordinieren die Partner.

Startup Germany: Die erste Challenge, die Sie starten, hat die DB Information zum Thema. Was ist hier die Herausforderung und welchen Beitrag erwarten Sie sich von Startups? Wie wird die DB konkret mit diesen Ideen umgehen?

Dr. Frank Wolter: Wir möchten die DB Information in die Zukunft überführen, ohne den menschlichen Kontakt aufzugeben. Dabei möchten wir unsere Kunden schneller und besser informieren, für unsere Mitarbeiter die richtigen Informationen einfacher bereitstellen und schließlich sowohl die innere als auch äußere Gestaltung der DB Information anpassen, damit sie bestmöglich zur Kunden- wie auch zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt. Dabei möchten wir ebenso auf Startups, Mitglieder der Kreativwirtschaft wie auch auf interessierte Designer und Architekten zurückgreifen, um neue Ansätze kennenzulernen. Wir werden die Ideen einer gemischt besetzten Jury vorstellen. Kunden- und Mitarbeitervertreter, aber auch Führungskräfte von DB Station&Service werden gemeinsam die vielversprechendsten Ideen bzw. Konzepte für die DB Information auswählen, die weiter vertieft werden sollen. Im Rahmen eines Bootcamps – also einer intensiven Arbeitsphase – haben fünf Einreicher bzw. Teams die Möglichkeit, ihr Konzept mit unseren Mentoren weiterzuentwickeln. Am Ende wird das Konzept gewinnen, welches innovativ aber auch umsetzbar ist. Der Gewinner erhält das Preisgeld in Höhe von 15.000 €, alle Teams profitieren von engen Kontakten zum Bahnhofsbereich und externen Experten.

Startup Germany: Welche Kriterien sind für Sie wichtig, damit aus einem Konzept ein Siegerkonzept werden kann?

Dr. Frank Wolter: Ein Siegerkonzept überrascht mit der Lösung und überzeugt die Jury mit einem Prototypen bzw. ansprechenden Modell, welches sich an Stationen unterschiedlicher Größen umsetzen lässt. Dazu wird beispielsweise eine andere Perspektive eingenommen, ein wiedererkennbares Design entwickelt und Prozesse werden effizient umgestaltet. Es wird dabei nachvollziehbar, dass sich dadurch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit verbessern.

Startup Germany: Als Bindeglied zwischen der DB und der Startup-Community haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit Startup Germany entschieden. Warum?

Dr. Frank Wolter: Wir möchten vom Netzwerk und der Erfahrung der Mitarbeiter von Startup Germany profitieren, um unsere Challenge erfolgreich zu machen. Die Mitarbeiter von Startup Germany sind selbst Entrepreneure und in der Startup-Szene fest verwurzelt. Ihr Netzwerk und die Art wie sie an die Aufgabenstellung herangehen helfen uns. Und ich darf sagen, die Zusammenarbeit macht Spaß.

Wir bedanken uns recht herzlich für das interessante Gespräch und wünschen viel Erfolg mit der (von uns konzipierten) DB Information:CHALLENGE.

 

 

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