Start-Ups und Medien

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Start-Ups und die Medien. Beziehungsstatus: Es ist kompliziert.

Man hört oft von ihr – der bunten Medienlandschaft. Zu ihr zählen Formate wie Blogs oder Social Media Netzwerke, Printausgaben genauso wie Online Magazine, Radio und das geliebte TV. An Möglichkeiten der Veröffentlichung mangelt es nicht und da liegt auch der Kläffer begraben. Als Start-Up will man gerade zu Beginn hoch hinaus und feuert, in bester Schrotflintenmanier, auf alles was schreiben und veröffentlichen kann. Doch neben einem enormen Zeitaufwand verschießt man beizeiten auch schnell sein Pulver. Das kluge Eichhörnchen aber ernährt sich auf dem Weg zu nationaler Reichweite und Bekanntheit von Ast zu Ast und lässt die Formate aufeinander aufbauen.

Wo also anfangen? An erster Stelle sollte immer Social Media stehen, da man dies selbst steuern kann, gefolgt von, aufgepasst, der Lokalpresse! In der Folge sollten Online Magazine und Blogs angegangen werden um sich dann wiederum an die nationale Presse heran zu wagen. Radio kann generell vernachlässigt werden, da die Conversions minimal ausfallen, wohingegen TV nach wie vor das langfristige Streck-Ziel bleiben sollte.

Social Media

Als Start-Up, sollte man sein Produkt und Team auf vielen, wenn nicht auf allen Social Media Plattformen präsentieren. Twitter & Facebook sind dabei die wichtigsten Multiplikatoren für Kommunikation, PR & Image-Bildung. Wenn auch die jugendliche Zielgruppe von Interesse ist, sollte Instagram dabei auf keinen Fall fehlen. Pinterest hingegen, kann zu Beginn eher stiefmütterlich behandelt werden, da die Aufmerksamkeit eher indirekt ist.

Stating the obvious: Facebook ist und bleibt eine, fast selbsterklärende „Macht“ unter den Social Media Kanälen, aber auch darüber hinaus, nicht zuletzt aufgrund der angeschlossenen, hochperformanten Werbeoberfläche. Image, Teamkultur und Produktpräsentation können dort von Minute eins gepflegt werden. Das hat neben der heißbegehrte Bekanntheit einen netten und kostensparenden Nebeneffekt: Personalmarketing! Regelmäßige Bilder aus dem Büro und von Team-Aktivitäten, auf denen das Team und nicht primär das Produkt in Szene gesetzt wird, resultieren in einem Employer Branding, für das viele Großkonzerne bis heute tief in die Tasche greifen und das Bewerber fast magisch anlockt.

Abseits davon ist Facebook aber eine Werbemaschine. Das bedeutet für alle: CPCs, CPMs, oCPMs, CPLs und Relevance Scores sowie Impressionen sollten, auch bei nachhaltiger Ablehnung von Anglizismen, zum guten und bekannten Ton im Unternehmen gehören. Denn wer sich im Werbebereich des „Gesichtsbuchs“ auskennt, kann ausgezeichnete Kampagnen mit unnachahmlich präziser Reichweite realisieren, die besser performen als jeder andere Kanal! Kleiner Tipp am Rande: Nischen und Randgruppen sind in Sachen Reichweitengenerierung und Preis-Leistung absolute käsesahne!!

Eine Ode an die Lokalpresse

Ganz im Kontrast zu den modernen sozialen Medien steht dabei der „Underdog“ der Start-Up Vermarkter: Die hochgeschätzte Lokalpresse. Kleine Zeitungen mit regionalem Bezug interessieren sich oft für die Gründer und deren Geschichte. Allem voran aber wird die morgendliche Ausgabe der Lokalzeitung viel intensiver studiert, als große nationale Medien – wodurch Bekanntheit und Nutzerzahl nachhaltig gesteigert werden. Doch damit nicht genug: Lokalzeitungen haben zudem den Charme, dass die Journalisten wesentlich besser erreichbar und die eigene Story wesentlich schneller platziert ist.

Fakten, Fakten, Fakten! Oder?

Gleiches gilt natürlich auch für Gründermedien und Unimagazine (welche wiederum potenzielle Mitarbeiter als Leserschaft haben), die aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung schon ein gesteigertes Interesse an gründenden Jungspunden haben und zudem ausgiebig studiert werden sollten, um Deals, potenzielle Investoren und tendenzielle Konkurrenz auf dem eigenen Lampenschirm zu haben.

Einer der wohl essentiellsten wenn auch einfachsten Tipps für alle angehenden Journalistenkontakte: Eloquenz, Höflichkeit und das zuvorkommende Liefern von Themen sind ein rares aber hohes Gut, das man in der eigenen PR Arbeit niemals missen lassen sollte. Viele Journalisten teilten uns in Gesprächen mit, dass Start-Ups im Regelfall dazu neigen, ihnen trockene, ausschließlich aus Fakten bestehende Bittstellungen hinzuwerfen. Das Rezept, so zeigte unsere Erfahrung, ist zumeist eine gut gewürzte Mischung aus sprachlicher Raffinesse und guter alter Schule um die Schreiberlinge der Nation zu bezirzen.

Im Idealfall stellt man nicht das Produkt in den Vordergrund, sondern die oftmals kuriose Gründergeschichte, allgemeingültige Findings, die man im Zuge der Produktentwicklung machen konnte oder man findet ein Thema, das zum Fokus der Zeitschrift passt. Spottster hat beispielsweise eine Preisstudie über die Preisentwicklung in Online-Shops veröffentlicht, die zu einer ungeahnten Veröffentlichungsspirale führte. Denn hat ein Journalist Spaß mit einem Thema und den zugehörigen Personen führt dies – das durften wir selbst erleben – zu weitreichenden Weiterempfehlungen in der Medienwelt bis hin zum unbezahlbaren TV Auftritt!

Womit wir auch schon beim Thema wären….

Fernsehen – König und Höhle der Löwen

Das Fernsehen ist natürlich eines der idealsten Medien, allein aufgrund seiner enormen Reichweite. Momentan ist das deutsche TV gefüllt mit Start-Up Shows wie die „Höhle der Löwen“, dem „Restaurant-Startup“ oder dem „Kampf der Start-Ups“, was eine enorme Chance für junge Unternehmen darstellt. Ein Auftritt in einem solchen Format ist in jedem Fall eine ideale Starthilfe und nach wie vor unübertroffen was Nutzergenerierung, Bekanntheit und Marktetablierung angeht. Eine direkte Ansprache der Redakteure im Hinblick auf eine Ablichtung ist dabei allerdings zumeist so gut wie unmöglich, da die Herren und Damen hinter der Kamera im Normalfall eher proaktiv auf einen zukommen – zumeist basierend auf eurer vorhergehenden Pressearbeit.

Und spätestens jetzt wird also deutlich: Die vorhergehende, sukzessive PR zahlt sich enorm aus und führt einen vom ersten Blogeintrag quer durch die deutsche Medienwelt – so man sich denn wohlorganisiert und geschickt anstellt!

Spottster.com

2013 haben Freya Oehle und Tobias Kempkensteffen das Hamburger StartUp spottster gegründet (www.spottster.com), den ersten digitalen Merkzettel, mit dem sich Online Shopper Produkte per Knopfdruck merken können und über Sales und Gutscheine informiert werden. Das Unternehmen unterhält derzeit Partnerschaften mit über 3.000 Online Shops in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und Frankreich. Ganz am Anfang ihres Markteinstiegs stand dabei der richtige Umgang mit den Medien – zur Markenbildung und zur Nutzergenerierung.

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