Wieso aus Startup Weekend nun Startup Melt wird

Startup Weekend war für Marcia und mich immer eine Herzensangelegenheit. Wir haben eines der ersten Startup Weekends in Deutschland in Stuttgart organisiert. Wichtig dabei war und ist uns immer, dass wir anderen helfen können, ihre Ideen und Träume zu verwirklichen, mehr über Innovation und wie sie möglich wird und natürlich über die Unternehmensgründung im Generellen zu lernen. Das haben wir in vielen Städten geschafft. Wir haben das Startup Weekend in Hamburg 2011 mitorganisiert, wir haben seit 2012 mehr als 10 Startup Weekends in Berlin organisiert, das Format mit nach Mainz, Ludwigshafen und Heidelberg, Koblenz, Frankfurt und Trier gebracht und haben im letzten Jahr das erste Startup Weekend in Dresden, Füssen und Regensburg mitorganisiert. Ganz zu schweigen von all den Veranstaltungen, die wir auf der ganzen Welt moderiert haben. Unser Fokus lag dabei immer auf den Teilnehmern. Diese sollten das maximale Potential dieser Events ausschöpfen können, die richtigen Mentoren und Juroren finden, um sich zu vernetzen und sie möglichst von den überall im Überangebot befindlichen „Beratern“ zu schützen. Dieses Jahr war es nun aber so weit, dass wir uns von der Marke Startup Weekend verabschieden.

Wieso tun wir das? Es gibt viele Gründe, die uns gezeigt haben, dass dies der richtige Schritt zur richtigen Zeit ist. Im Folgenden werde ich versuchen unsere Gründe transparent zu machen und zu erklären.

  1. Unabhängigkeit
    In den letzten Jahren war es uns immer wichtig, dass wir für unsere Teilnehmer entscheiden können. Wir haben uns auf lose Partnerschaften mit Unternehmen eingelassen. Auch mit Startup Germany haben wir bewusst darauf verzichtet, uns zu eng an eine Organisation zu binden, da uns dies in einigen Fällen gezwungen hätte mehr Rücksicht auf einzelne Interessen zu nehmen, als auf die Bedürfnisse unserer Community. Nachdem die Marke Startup Weekend nun vom US-amerikanischen Venture Capital Fonds und Accelerator Techstars übernommen wurde, sehen wir diese Unabhängigkeit nicht mehr als gegeben an. Schlimmer noch, bisher überzeugte Mentoren, Juroren, Sponsoren und Partner waren nur schwer zu überzeugen, den Teilnehmern zu helfen, da sie Techstars entweder als Konkurrent wahrnehmen, oder aber schlicht nicht bereit sind und waren, einen VC-Fonds durch ihr [ehrenamtliches] Engagement zu unterstützen.
  1. Politische Agenda
    Bereits vor der Übernahme durch Techstars haben wir begonnen uns von einigen Initiativen zu distanzieren. Mit am deutlichsten von der mehr und mehr beginnenden Interessensvertretung in Richtung Politik. Damit wir uns hier nicht falsch verstehen, es geht uns hier nicht darum GEGEN etwas zu arbeiten. Wir möchten für eine gute Zukunft arbeiten und teilen auch sehr gerne unsere Ergebnisse. Allerdings muss eine politische Lösung in unseren Augen ergebnisoffen und transparent sein und sich aus den aktuellen Problemen ergeben. Es gibt in unseren Augen gestern wie heute keine universalen Lösungen. Wir helfen gerne dabei, die Antworten auf unsere heutigen Probleme zu erarbeiten. Eine Nutzung unserer Veranstaltungen und Community für Lobby-Arbeit ohne jede Abstimmung mit uns ist jedoch nicht akzeptabel.
  1. Ehrenamt
    Gerade in Deutschland wird das Ehrenamt bis heute groß geschrieben. Das finden wir gut. Jedoch erwarten wir von niemanden ehrenamtlich für einen Investmentfonds zu arbeiten. Wir glauben daran, dass gute Arbeit auch gut bezahlt werden sollte. Deshalb haben wir mit unserer neuen Marke „Startup Melt“ einen Weg gefunden, um allen beteiligten einen fairen Anteil am Umsatz und Gewinn zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass wir auf diese Weise eine nachhaltigere und bessere Organisation aufbauen und mehr Unterstützung für die Gründer ermöglichen.
  1. Nachhaltigkeit
    Seit wir Startup Weekends organisieren, überlegen wir, wie wir es schaffen können, den Gründern eine nachhaltigere Erfahrung zu ermöglichen. Nach vielen Tests und häufigem Scheitern sind wir mittlerweile sicher, dass wir die richtige Antwort auf diese Frage gefunden haben. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten viele neue Formate ausrollen, um dieses Ziel zu erreichen. Aber dazu bald mehr. Hier nur noch so viel. So wie wir fest daran glauben, dass es nicht die eine politische Antwort gibt, so wissen wir auch, dass jede Stadt und jede Community ihre eigenen Antworten benötigen.

Wir werden Startup Melt in der ersten Zeit nahe am Format des Startup Weekends halten, jedoch konsequent weiterentwickeln und so dafür sorgen, dass wir das Event so nahe wie möglich an den Bedürfnissen der Teilnehmer entwickeln. Techstars wünschen wir viel Erfolg und hoffen, dass diese Veranstaltungen auch in Zukunft viel Nutzen für die Gründer stiften. Auch wenn unser gemeinsamer Weg nun zu Ende ist, wir unterstützen alles, was den Gründern nützt.

Helft uns beim Aufbau und der Entwicklung einer neuen Gründerzeit in Deutschland und Europa. Wenn ihr Ideen habt, wie wir unsere Mission umsetzen, uns verbessern oder neue Initiativen starten können, dann meldet euch direkt bei uns. Dazu könnt ihr uns entweder unter 030/55 24 26 64 anrufen, oder uns über unser Kontaktformular eine Email senden. Wir freuen uns darauf mit euch wirklich etwas zu bewegen.

1 Antwort
  1. Derek Finke says:

    Wenn es so ist, wie es ist, dann ist das der richtige Weg. Bleibt dran!

    In Berlin beim Automotive Event Ende 2014 war ich das erste Mal dabei und total geflasht. Tolles Format, tolle Leute, viel gelernt. Wenn wieder mal was mit Automotive oder Handwerk läuft, bin ich bestimmt wieder dabei.

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.