Startup Melt Mainz – Interview mit Paul Herwarth von Bittenfeld (Mentor)

Hallo Paul, Du bist Mentor des Startup Melt Mainz, welches vom 18.-20.11.2016 im Rahmen der Gründerwoche stattfinden wird. Wobei möchtest du den Teilnehmern helfen? Was ist deiner Meinung nach wichtig?

In den letzten 13 Jahren habe ich verschiedene B2B– und B2C-Geschäftsmodelle aufgebaut. 2011, wir waren gerade mit einem Team am Aufbau vom Social Media Analytics-Startup TwentyFeet beschäftigt, bin ich über die Lean Startup-Praktiken gestolpert und habe den Lean Startup Circle im Rhein-Main-Gebiet gestartet. Auch das Portal Rhein-Main-Startups.com habe ich zu der Zeit gestartet, da mir in der Region der Austausch mit anderen Startups fehlte. Aus meinen Erfahrungen beim Einsatz von Lean Startup-Praktiken zur Validierung von Geschäftsmodellen heraus möchte ich gerne die Teams unterstützen. Zudem kann ich den ein oder anderen Kontakt zu möglichen Kunden oder Geschäftspartnern herstellen. Und manchmal kommt es auch vor, dass Teams sich ein Thema suchen, an dem auch andere Leute in ähnlicher Weise gerade dran sind. Da lässt sich mitunter einiges von lernen.

paulhWorauf sollten sich Gründer deiner Meinung nach vor allem konzentrieren?

Beim Startup Melt müssen in wenig Zeit zunächst einmal die groben Eckpfeiler des Geschäftsmodells erarbeitet werden. Diese werden dann ja häufig in einem Business Model Canvas oder Lean Canvas festgehalten. So ein erster Entwuft eines Geschäftsmodells hat immer noch einige Risiken und Tücken. Und die gilt es dann zu adressieren. Das können technische Risiken sein, die dann z.B. über Prototypen angegangen und im Idealfall gelöst werden können (ein technischer Proof-of-Concept). Häufig sind es auch Marktrisiken, die über entsprechende Experimente mit Lean Startup-Vorgehensweisen, die Gewinnung erster Pilotkunden etc. angegangen werden können.
Ein wichtiger Punkt, der auch früh betrachtet werden sollte, sind die erforderlichen Skills für den erfolgreichen Aufbau des Unternehmens, und die bisherige Aufstellung des Teams. Wird dabei ein Delta festgestellt, sind also gewisse elementare Skills im Team nicht vorhanden, muss überlegt werden, wie damit umgegangen wird.
Worauf freust du dich am meisten? Hast du “Favoriten-Ideen”?
Zunächst einmal freue ich mich besonders auf die Teilnehmer und den Spirit vor Ort. Es ist immer begeisternd, so viele motivierte Leute eifrig an einer Idee arbeiten zu sehen.

Was die Ideen angeht, freue ich mich immer über die innovativeren Themen, die vielleicht dazu auch noch etwas aus Standort-Vorteilen machen. Z.B. im Medien-Bereich, da sind ja die Verlagsgruppe Rhein-Main und das ZDF interessante Kooperationspartner oder auch Kunden. In Rheinhessen gibt es ja auch einige erfolgreiche Wein-Startups. Durch die Nähe zu Frankfurt zählen natürlich auch Themen wie FinTech oder Mobility dazu.

Hoher Innovationsgrad und hohe Motivation im Team sprechen auf jeden Fall auch immer für viel Spaß beim Mentoring. 😉

Aus deiner professionellen Einschätzung heraus: Wie würdest du Erfolg definieren?
Beruflich wie privat macht für mich Erfolg in weiten Teilen aus, sich gute Ziele zu setzen und diese dann zu erreichen. Dazu gehört für eine Gründerpersönlichkeit die Reflektion darüber, was er/sie mit der Gründung erreichen möchte. Und das ist etwas sehr persönliches. Nicht immer geht es um ein möglichst schnell wachsendes Unternehmen, das dann auch möglichst schnell und hochpreisig verkauft wird. Manche Gründer möchten einfach raus aus einem 9-to-5-Job und möglichst viel Freiheit haben. Somit bedeutet für sie Erfolg eher, ein profitables Geschäftsmodell mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten zu betreiben.
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