Co-Working Space: Lohnt sich die Office-Lösung wirklich für Startups?

Viele Startups arbeiten anfangs von Zuhause, bis sie sich sicher sind, dass es sich lohnt, ein eigenes Büro anzumieten. Daheim ist man jedoch viel anfälliger für Ablenkungen. Da fällt einem schon mal ein, dass man noch bügeln wollte und dann ist wieder eine gute Serie im Fernsehen… Wirklich produktiv zu sein, fällt hier schwer und verlangt einiges an Selbstdisziplin. Wer nach einer anderen und vor allen Dingen günstigen Lösung sucht, ist eventuell mit einem Co-Working Space gut beraten.

Diese Vorteile bietet Coworking

Co-Working Spaces gibt es mittlerweile in so ziemlich jeder größeren Stadt. Meist liegen sie sehr zentral und sind gut zu erreichen. Solche „Spaces“ sind eigentlich nichts anderes als ein modernes Großraumbüro, in dem man sich einen festen oder flexiblen Arbeitsplatz anmieten kann. Nur, dass sich hier verschiedene Firmen niederlassen und auf engem Raum miteinander arbeiten.

Darin liegt auch der Reiz dieses Konzepts. Für wen das bis jetzt noch befremdlich klingt, der sollte sich die Vorteile dieser Office-Lösung vor Augen halten:

• Günstiger kommt man kaum an einen vernünftigen Arbeitsplatz. Der Platz kostet meist um die 250 Euro im Monat, aber man bekommt dafür nicht nur einen Tisch und einen Stuhl, sondern kann auch die gesamte Infrastruktur mitnutzen und die Betriebskosten sind ebenfalls im Mietpreis enthalten.
• Wer will, kann meist gegen einen Aufpreis die Adresse des Co-Working Space als Firmenadresse verwenden.
• Wer einen fixen Arbeitsplatz gebucht hat, hat meist 24/7 Zugang ins Gebäude.
• Die Arbeitsplätze sind flexibel kündbar, sodass die Investition kein Risiko darstellt.
• Man arbeitet gemeinsam und kann sich von anderen inspirieren lassen. So viele Menschen dabei zu beobachten, wie sie ihrer Leidenschaft nachgehen, motiviert zu Höchstleistungen.
• Wer nicht gern allein ist, kann hier in einem sozialen Umfeld arbeiten und Kontakte knüpfen, indem man sich hin und wieder jemand anderem bei der Kaffeepause anschließt.
• Apropos Kontakte: Vielleicht sind ja im Co-Working Space auch ein paar geschäftlich interessante Menschen vertreten? So kann man sich nicht nur ein soziales, sondern auch ein Business-Netzwerk aufbauen.
• Privatleben und Arbeitswelt werden klar voneinander getrennt.

Für wen sich Co-Working eignet

Man kann eigentlich nicht sagen, dass es eine spezifische Branche gibt, die prädestiniert für das Arbeiten im Co-Working Space ist. Eher ist es eine Typ-Frage, ob einem das gemeinsame Arbeiten wirklich liegt, oder ob man eher absolute Ruhe braucht.

Abgesehen davon, dass man das kreative Durcheinander, das in einem Coworking Space oft herrscht, mögen muss, gibt es natürlich gewisse Arten von Firmen, für die Co-Working besonders interessant ist:

• Kleine und mittelständische Unternehmen
• Jungunternehmer
• Freelancer
• Startups
• Gründer
• Blogger
• Digitale Nomaden
• Studenten

Es handelt sich also vor allem um Unternehmen, die entweder von einem Einzelnen betrieben werden oder nicht viele Mitarbeiter beschäftigen.

Die Schattenseiten von Co-Working

Natürlich hat das Co-Working nicht nur positive Seiten. Wie bereits erwähnt, ist es eine Geschmacksfrage, ob man diese Art des Arbeitens mag und sich damit wohlfühlt. Vielen Menschen ist es zum Beispiel zu viel Trubel. Immerhin arbeiten doch recht viele Menschen auf engem Raum zusammen, da kann es teilweise schon recht laut werden.
Hier führt einer ein Telefonat, dort tauschen sich andere über eine Idee aus und jemand anders lädt zur Skype-Konferenz. Dazu hämmert jeder fanatisch in die Tasten. Dies kann mitunter für Menschen, die sich schwer konzentrieren können oder einfach gerne ihre Ruhe haben, recht anstrengend werden, da oft die Möglichkeit fehlt, die Tür hinter sich zu schließen.

Zudem ist es natürlich im Vergleich zum Home-Office teurer. Vor allem, wenn man mehrere Mitarbeiter beschäftigt, kann es sein, dass sich ein eigenes Büro mehr lohnt.

Wie man dennoch produktiv arbeiten kann

Ja, im Co-Working Space wird es mitunter relativ laut. Wo viele Menschen miteinander arbeiten, lässt sich das leider nicht vermeiden. Zwar kann man, wenn es ganz extrem wird, natürlich hin und wieder eine Pause einlegen, aber auf Dauer ist das auch nicht unbedingt die beste Lösung, da man ansonsten nur noch vor der Tür steht.

Hier braucht man eine Möglichkeit, trotzdem weiterarbeiten zu können. Zum Beispiel könnten die guten alten Ohropax eine gute Lösung sein. Oder man besorgt sich gute Kopfhörer und hört Musik. Es gibt im Internet sehr gute Playlists, die die Konzentration fördern sollen. Alphawellen und klassische Musik sind optimal.

Es gibt an sich ein ungeschriebenes Gesetz im Co-Working Space, welches besagt, dass man stets so leise wie möglich sein soll, um die Co-Worker nicht zu stören. In der Regel hält man sich auch daran und geht vor die Türe, wenn ein Telefongespräch länger dauert, oder spricht einfach so leise wie möglich. Wenn ein Co-Worker sich nicht daran hält, kann es helfen, ihn offen darauf anzusprechen. In den meisten Fällen ist es einem einfach nicht bewusst, dass man stört.

Startups sind quasi prädestiniert für Coworking Spaces. Hier kann man einen Einblick ins Büroleben bekommen, ohne besonders viel für die Miete ausgeben zu müssen. Klar, sobald man expandiert und die Mitarbeiterzahl wächst, kann es sein, dass es sich auf lange Sicht mehr rechnet, in ein eigenes Büro zu ziehen. Bis dahin ist Co-Working jedoch eine gute Alternative zum Home-Office.

 

Autoreninfo:

Autorenname: Mag. (FH) Stefan Gassner
Position: Geschäftsführer
Stefan Gassner ist Inhaber der erfolgreichen Immobilienagentur SAGE Immobilien in Zell am See. Als junger Geschäftsführer ist es ihm ein besonderes Anliegen, andere Jungunternehmer zu beraten und seine Erfahrung mit ihnen zu teilen.

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