Übersetzungen im eCommerce: Mit welchen Sprachen du maximale Reichweite generierst

Viele potenzielle Kunden leben außerhalb der deutschen Grenzen. Schnell wachsende eCommerce Startups sollten sich deshalb früh und strategisch gut überlegen, in welche Märkte sie expandieren möchten. Mit der richtigen Strategie kann es ihnen gelingen, mit wenig Aufwand mehr Kunden und damit Umsatz zu generieren, ohne sich im wettbewerbsreichen Deutschland durchsetzen zu müssen. Wie du dabei am besten vorgehst, erfährst du jetzt.

Bist du bereit für die Expansion?

Du überlegst auch, mit deinem Unternehmen am globalen Markt mitzumischen? Dann gilt es einige Dinge zu beachten, die für den Geschäftserfolg im Ausland unbedingt notwendig sind. Oft berücksichtigen Shop Anbieter die Mehrsprachigkeit ihrer Webseite nicht. Dort werden dann keine weiteren Sprachen oder maximal Englisch angeboten. Diese Anbieter sind in Ihrer möglichen Reichweite beschränkt und ihr Potential wird nicht ausgeschöpft.

Wie gut bist du mit deinem Unternehmen gerüstet, um an den bestehenden Wachstumschancen im Online-Handel teilhaben zu können? Was sind deine Zielländer? Wie sieht deine Zielgruppenansprache aus? Im Folgenden, erfährst du, mit welchen Sprachen und Maßnahmen du eine maximale Reichweite für deinen Onlineshop generierst.

Englisch – die Mutter aller (Sprach-)Lösungen?

Zentrale Voraussetzung für den Kontakt mit Kunden ist die Ansprache in einer verständlichen Sprache. Auch wenn Englisch international als Standard gilt, sind die Englischkenntnisse vieler Kunden nicht immer ausreichend. Je nach Zielland, wird Englisch in zahlreichen Zielländern tatsächlich kaum verstanden. Deshalb solltest du dir genau überlegen, welche deine Zielmärkte sind und welche Zielmärkte du in Zukunft erschließen möchtest.

Dementsprechend solltest du dann darauf achten, dass möglichst viele Inhalte deines Shops übersetzt werden, um den Kunden die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Vor allem Produktbeschreibungen und Hintergrundinformationen zu deinem Unternehmen, sowie Downloadangebote sollten dabei auch berücksichtigt werden. Plane hierfür ausreichend Zeit ein. Denn, die Umsetzung einer sinngemäßen Übersetzung und eine anschließende Qualitätskontrolle können sehr zeitintensiv sein.

Die sprachlichen Unterschiede beeinflussen aber nicht nur die textliche Darstellung, sondern können auch das Webdesign deiner Seite beeinflussen: manche Sprachen nehmen bis zu 30 Prozent mehr Platz in der Darstellung ein als die deutsche Sprache. Das Design muss deshalb teilweise an die veränderten Gegebenheiten angepasst werden. Ebenso gibt es weitere Unterschiede, die bei der Aufbereitung deines Shops für andere Länder berücksichtigt werden sollten. Unter dem Punkt zur Lokalisierung gehen wird näher darauf ein.

Wichtige Entwicklungen im eCommerce

Du bist dir noch nicht sicher, in welche Länder du expandieren möchtest? Dann können dir die folgenden Zahlen Aufschluss darüber geben, wo im eCommerce zurzeit das größte Wachstumspotential liegt: Aktuell nutzt fast die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung das Internet. Dabei ist die Zahl der Nutzer in den letzten beiden Jahrzehnten rasant gewachsen. Vor zwanzig Jahren lag der weltweite Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung gerade einmal bei 1,3 Prozent.

Rasant zugenommen hat zudem auch der Umsatz im E-Commerce – und dieser wächst mit hohem Tempo weiter. Nach Prognosen von Statista Digital Market Outlook wird es bis 2020 weltweit rund 2 Milliarden eCommerce-Nutzer geben. Im Jahr 2014 wurden online rund zwei Billionen US-Dollar weltweit im B2C-Geschäft umgesetzt. Bis 2020 könnte sich der Gesamtumsatz auf knapp vier Billionen US-Dollar verdoppeln.

Dabei wird das Wachstum vor allem für die Länder prognostiziert, in denen der Anteil der Online-Käufer derzeit noch relativ gering ist. Ausgegangen wird hier vor allem vom asiatisch-pazifischen Raum. Inzwischen hat China bezogen auf das Marktvolumen im Online-Handel zu den Vereinigten Staaten von Amerika aufgeschlossen und wird in den kommenden Jahren der mit Abstand wichtigste E-Commerce-Markt werden. In China ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der Online-Käufer um mehr als das Zwölffache, auf über 400 Millionen Menschen angestiegen.

Kein Wunder also, dass Chinesisch (25%) mit Englisch (22%) und Spanisch (9%) die drei Top-Sprachen anführt, wenn es um die Abdeckung des größten Teils (80%) der Online-User geht.

In Deutschland kauft heute bereits etwa 60 Prozent der Bevölkerung ihre Waren im Internet. Dementsprechend fällt der prognostizierte Anstieg dieser Verkäufe für die nächsten Jahre entsprechen gering aus. Dennoch wird auch hier von einem Wachstum der E-Commerce-Nutzer um 15 Prozent bis 2020 ausgegangen.

Die deutsche Sprache befindet sich auch auf den vorderen Rängen, wenn es um das Erreichen der Online Wirtschaft geht. Mit 8% teilt sie sich dort den vierten Platz mit Spanisch. Auf Platz 1 steht, wie zu erwarten, Englisch (37%), gefolgt von Japanisch (11%).

Gut zu wissen:
1. Insgesamt lebt die Hälfte aller Internetnutzer im asiatisch/pazifischen Raum
2. der Anteil der europäischen Internetnutzer liegt lediglich bei 17 Prozent

Potential ausschöpfen: Mehrsprachigkeit

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg deines Onlineshops ist ein gelungener Internetauftritt, der eine internationale Kundschaft anspricht. Obwohl die genannten Zahlen einen guten Eindruck vermitteln, wie sich das eCommerce in Zukunft entwickelt, setzt bisher nur etwa jeder neunte Dienstleister auf fremdsprachliche Alternativen, die über das Englische hinausgehen. Fast jedes dritte Unternehmen verzichtet außerdem gänzlich auf ein Übersetzungsangebot für die eigene Webseite.

Natürlich benötigst du, wenn du keine Handelsbeziehung zu China führst und auch nicht vorhast, diese in Zukunft aufzubauen, keine chinesischen Übersetzungen deiner Webseite. Trotzdem solltest du eine Übersetzung und Lokalisierung für die Länder zur Verfügung stellen, die auf deiner Webseite explizit mit Produktionsstandorten und Vertriebspartnern vertreten sind. Damit hast du bereits vielen eCommerce Unternehmen etwas voraus. Denn diese erwähnen ihre Kontaktdaten oder Ansprechpartner im Ausland oft nicht.

Innerhalb der Europäischen Union (EU) sind Unternehmen etwas „mutiger“ und nennen ihre anderen Standorte innerhalb der EU wenigstens. Dennoch berücksichtigen die wenigsten die Sprachvielfalt innerhalb der EU. Eigenständige Internetauftritte, die auch kulturspezifische Besonderheiten der jeweiligen Zielländer berücksichtigen, sind weiterhin eine absolute Ausnahme. Dabei ist beispielsweise Französisch noch immer eine wichtige Handelssprache in und außerhalb der Europäischen Union.

Immerhin 30 Prozent der Webseiten mit fremdsprachigen Angeboten, bieten auch eine französische Übersetzung an. Diese nutzen ihr Potential nicht nur innerhalb der EU, sondern vor allem auch im arabischen Raum, in dem eCommerce immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es ist also nur logisch, dass Französisch (32%) gleich nach Englisch (54%) und dicht gefolgt von Arabisch (25%) zu den wichtigsten Sprachen zählt, die einen Großteil der Weltbevölkerung erreicht.

Kulturelle Unterschiede berücksichtigen

Ein mehrsprachiger Internetauftritt ist ein Schritt in die richtige Richtung, um deinem Online-Business zu internationalem Erfolg zu verhelfen. Doch, wenn es über die eigene Ländergrenze hinausgeht, stehst du oft nicht nur einer Sprachbarriere gegenüber, sondern auch kulturellen Unterschieden. Insbesondere, wenn es um das Erschließen asiatischer Märkte geht, gibt es wichtige Unterschiede in der Zielgruppenansprache:

Während beispielsweise in Europa oder den Vereinigten Staaten die persönliche Ansprache von größerer Bedeutung ist, steht in China und Japan die Produktbeschaffenheit im Vordergrund. Zudem gibt es unterschiedliche Vorlieben in Bezug auf das Webdesign. Möchtest du Kunden in China oder Japan erreichen, empfiehlt es sich, eine eigene länderspezifische Webseite zu gestalten. In Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung solltest du dabei auf eine landestypische Top-Level-Domain zurückgreifen.

11 Tipps für die Internationalisierung deines Webshops

Generell gibt es einige Dinge, die du beachten solltest, wenn du deinen Online Shop international erfolgreich etablieren möchtest:
1. Idealer Weise sprichst du die Nutzer deines Shops weltweit in ihrer jeweiligen Landessprache an
2. Dazu verwendest du am besten von Anfang an ein mehrsprachiges Content Management System
3. Informiere dich über und berücksichtige kulturspezifische Besonderheiten der jeweiligen Länder
4. Berücksichtige bei der Kontaktaufnahme lokale Gewohnheiten und gegebenenfalls die Zeitverschiebung
5. Richte Produktsortiment, Produktbeschreibungen und -bezeichnungen nach den länderspezifischen Besonderheiten
6. Passe Währungseinheiten, Zahlungsmöglichkeiten und Maßeinheiten innerhalb deines Shops an länderspezifische Standards an
7. Stelle ein lokales Reklamations- und Beschwerdemanagement zur Verfügung
8. Berücksichtige außerdem Besonderheiten im Datenschutz, Medien- und Wettbewerbsrecht in den jeweiligen Ländern
9. Integriere für den Zielmarkt relevante Social Media-Plattformen in deine Webseite
10. Berücksichtige beim Webdesign besondere Vorlieben der jeweiligen Zielmärkte
11. Prüfe die auf deiner Webseite verwendeten Bilder stets auf kulturelle, politische und religiöse Inhalte und tausche diese ggf. aus

Fazit
Auch wenn dein Onlineshop auf der ganzen Welt erreichbar ist, bedeutet diese nicht, dass du deine Produkte automatisch in aller Herren Länder erfolgreich verkaufst. Eine optimale Ausrichtung auf deine Zielländer ist unbedingt notwendig, um dich im Ausland gegen die Konkurrenz am Markt durchsetzen zu können.

Dabei spielt nicht nur die Übersetzung deiner Webinhalte in die Sprachen deiner Zielländer eine wichtige Rolle. Auch die Präsentation passend aufbereiteter Inhalte, die Angabe landesspezifischer Währung, Maßeinheiten und die Integration eines länderspezifischen Checkout-Prozesses sind unbedingt notwendig. Nur so kannst du den Nutzern deiner Seite den optimalen Komfort bieten, der sie letztendlich davon abhält, doch lieber bei der (einheimischen) Konkurrenz zu kaufen.

Generell lohnt sich eine Analyse asiatischer Märkte. Denn dort liegt ein großes Potential für Online Businesses. Du möchtest erst einmal nur Europa erobern? Dann mach dir Gedanken, welche Sprachen dir die Tür zu einem neuen innereuropäischen Markt öffnen können. Wie wäre es mit Französisch oder Spanisch? Vor allem in diesen beiden Ländern kommst du mit einer reinen englischen Übersetzung nicht weit.

 

Autoreninfo:

Autorenname: Christoph Neuhold
Geht es um Qualitätsmanagement und Prozessoptimierung ist Christoph Neuhold beim Münchner Übersetzungsbüro Translate Trade die richtige Kontaktperson. Abgesehen davon repräsentiert er das Unternehmen auf Messen und ähnlichen Verkaufsveranstaltungen.

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