Hauseigenes Fotostudio – Fluch oder Segen?

Gastbeitrag von Anna Krohn von der adcada GmbH

Wenn sich eine Idee stetig weiterentwickelt und schließlich die Gründung eines Startups zur Folge hat, ergeben sich von Beginn an Fragen, deren Beantwortung längere Prozesse nach sich ziehen. Nicht selten lassen diese sich am Ende dann doch erst in der Praxis erproben und entsprechend beantworten. So erging es auch der 2015 gegründeten adcada GmbH, die zusammen mit sechs Tochterunternehmen Warenlagerung, Verkauf, Logistik sowie Marketing vereint, mit festgefahrenen Strukturen im Einzelhandel bricht und den Designermode-Markt revolutioniert. In der Premium-Modebranche angesiedelt, bestimmen eigenständig durchgeführte Fotoshootings den Alltag. Doch damit die Designerkollektionen „im perfekten Licht gerückt“ und optimal präsentiert werden können, galt es auch hier eine essentielle Frage zu klären: Bucht man sich stets in fremde Räumlichkeiten ein, oder ergreift man direkt die Chance auf ein eigenes Fotostudio?

Was einem sofort dazu einfällt, wenn man an ein eigenes Studio denkt, sind die hohen Kosten! Es gilt eine passende, wie auch bezahlbare Location zu finden, diese entsprechend auszugestalten und für das nötige Equipment zu sorgen. Der hauseigene Fotograf darf ebenfalls nicht fehlen. Ein damit verbundenes Risiko, ist die Frage, ob sich die eingesetzten Kosten rentieren. Werden auch externe Firmen das eigene Studio für Aufnahmen aller Art nutzen? Geht die lang ausgetüftelte Marketingstrategie auf? Risiken, die im Vorfeld schwer einzuschätzen sind und beim Einmieten in eine bereits bestehende Foto-Location definitiv nicht da wären, stehen der ersten Euphorie etwas im Wege und stellen das Startup vor weiteren Herausforderungen.

Wieso nehmen Mode-Unternehmen, wie das Start-Up adcada GmbH, diese Risiken dennoch auf sich und entscheiden sich für ein eigenes Fotostudio? Bei allem Risiko, gibt es auch enorme Vorteile.

Einer der wichtigsten Punkte ist die enorme Flexibilität. So können Shootings spontan geplant und durchgeführt werden. Falls nicht alle Outfits an einem angedachten Shooting-Tag „festgehalten“ werden können, ist das kein Problem, da einem das eigene Studio jeden Tag zur Verfügung steht. Der Zeitdruck reduziert sich dadurch, dass man nicht mehr auf eine fest vereinbarte Zeit achten oder den Blick kontinuierlich auf die Uhr richten muss. Auch, wenn die Terminabsprache mit eventuell benötigten Models und anderen Dienstleistern nicht ausbleibt, ist die uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit doch ein riesiger Pluspunkt.

Zudem kann das Studio nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen ausgestattet und gestaltet werden. Wie groß ist die Shooting-Fläche? Gibt es einen Green-Screen? Welche Fototechnik ist vorhanden? Gerade mit Blick auf die Konkurrenz sollte sich das neue Studio in puncto Größe und Ausstattung von anderen Locations markant unterscheiden. Zum einen wird so ein Alleinstellungsmerkmal in einem bestimmten Umkreis generiert und zum anderen das Interesse externer Firmen zur Anmietung in den eigenen Räumen geweckt. Gerade die Möglichkeit, dass auch andere Unternehmen das hauseigene Studio nutzen können, eröffnet dem Startup einen weiteren Firmenzweig und eine weitere Einnahmequelle. Der nächste positive Aspekt ist der generelle Marketingeffekt: Wird das Fotostudio national bekannt, wird es auf kurz oder lang auch das „Mutterunternehmen“.

Langfristig gesehen relativieren sich damit die hohen Anschaffungskosten. Außerdem fallen damit die Ausgaben für die Kosten für die Anmietung von Fotostudios und Equipment weg. Stattdessen werden Einnahmen durch die Vermietung generiert.Nichtsdestotrotz sollte ein jedes Startup bei solch Großprojekten Für und Wider sorgfältig abwägen, eine Pro- und Kontraliste erstellen und dann – eine solide Finanzierungsgrundlage vorausgesetzt – den Mut aufbringen und „einfach einmal ins kühle Nass springen“. Die adcada GmbH aus Rostock hat dieses getan und erfreut sich seit März 2018 an ihrem hauseigenen und von Fremdfirmen mietbaren Fotostudio.

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