Gewerbliche Existenzgründung: Die drei Warenwirtschaftslösungen im Überblick

Wer sich gewerblich selbstständig machen möchte, kommt heutzutage um ein gut funktionierendes Warenwirtschaftssystem kaum herum. Wie gruendercheck.com schreibt, ist der Anfang die schwierigste Etappe. Deshalb ist die Suche nach der richtigen WAWI-Lösung besonders für Neugründer eine kritische Aufgabe. Unabhängig von spezifischen Programmen, lassen sich drei Arten von Warenwirtschaftssystemen unterscheiden.

Komplett-Systeme

Komplett-Systeme sind integrierte Softwarepakete, die von einem einzigen Anbieter stammen. Sie enthalten alle notwendigen Funktionen, sodass sich die gesamte Warenwirtschaft mit einer einheitlichen Software erledigen lässt. Komplett-Systeme gibt es in allen Größen, von kleinen Programmen für den Einzelhandel bis zu umfangreichen ERP-Systemen für Großunternehmen. Ihre Vorteile liegen in der hohen Zuverlässigkeit und dem nahtlosen Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Es treten keine Kompatibilitätsprobleme durch unterschiedliche Programme auf und individuelle Anpassungen erfordern nur einen Ansprechpartner. Nachteilig sind die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten. Besteht bereits ein Warenwirtschaftssystem, kann der Einsatz einer Komplettlösung einen umfangreichen Umbau der Firmen-IT bedeuten. Obwohl die meisten Komplett-Systeme für Windows ausgelegt sind, gibt es auch einige Programme für die Warenwirtschaft für Mac-Rechner. Dazu zählen die einfache, Einsteiger-geeignete Software “Totals” und die umfangreiche ERP-Anwendung TOPIX.

Middleware

Die Middleware verbindet die Komponenten eines vorhandenen Warenwirtschaftssystems. Viele kleinere Unternehmen setzten anfangs getrennte Anwendungen für die Lagerverwaltung und den Webshop ein. Das funktioniert gut, solange auch die Bestellungen, Warenflüsse und Umsätze niedrig sind. Mit zunehmendem Erfolg werden Verwaltungsaufwand und das manuelle Koordinieren von Lagerbeständen und Webshop zu groß. Die Middleware fungiert hier als Brücke zwischen den, bisher nicht kompatiblen, Programmen. Middleware-Lösungen sind günstiger als Komplett-Systeme, erfordern keinen vollständigen Umbau und liefern eine vertraute Bedienung. Allerdings sind die Komponenten weniger gut integriert, sodass gelegentlich Kompatibilitätsprobleme auftauchen können. Bei der Problembehebung und Anpassung müssen mehrere Anbieter zusammenarbeiten.

Aufrüstung

Ebenfalls geeignet für eine bereits vorhandene Warenwirtschaftslösung ist die Aufrüstung. Die bestehende Software lässt sich mit zusätzlichen Modulen ausstatten, um neue Funktionen zu ermöglichen. Beispielsweise mag eine Firma bereits eine Buchhaltungssoftware einsetzen, die mit Erweiterungen für die Lagerwirtschaft ausgestattet werden kann. Aufrüstungen sind sowohl beim Einsatz eines Komplett-Systems als auch bei Middleware-Lösungen anwendbar. Die Aufrüstung ermöglicht einen langsamen, bedarfsgerechten Aufbau des Warenwirtschaftssystems.

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