Hauseigenes Fotostudio – Fluch oder Segen?

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Langsam aufkommend: die Idee, stetig weiterentwickelnd: das Projekt und dann der „Knall“: Ein neues Start-Up „wächst aus dem Boden“ und möchte seine Idee dem „Dschungel der Unternehmen“ präsentieren und einem bestimmten Kundenstamm anbieten.
Früh kommen dabei Fragen auf, deren Beantwortung längere Prozesse nach sich ziehen, um dann schlussendlich doch erst in der Praxis erprobt und entsprechend beantwortet werden können.
So erging es auch der 2015 gegründeten adcada GmbH, die zusammen mit sechs Tochterunternehmen Warenlagerung, Verkauf, Logistik sowie Marketing vereint, mit festgefahrenen Strukturen im Einzelhandel bricht und den Designermode-Markt revolutioniert.
In der Premium-Modebranche angesiedelt, bestimmen eigenständig durchgeführte Fotoshootings den Alltag. Doch damit die Designerkollektionen „im perfekten Licht gerückt“ und optimal präsentiert werden können, galt es auch hier eine essentielle Frage zu klären: Bucht man sich stets in fremde Räumlichkeiten ein, oder ergreift man direkt die Chance auf ein eigenes Fotostudio?

Hauseigenes Fotostudio – Fluch oder Segen?
Was einem sofort dazu einfällt: hohe Kosten! Es gilt eine passende – bezahlbare – Location zu finden, diese entsprechend auszugestalten und für das nötige Equipment zu sorgen. Ein hauseigener Fotograf darf dabei ebenfalls nicht fehlen. Dann das damit verbundene Risiko: Rechnen sich die eingesetzten Kosten? Werden auch externe Firmen das eigene Studio für Aufnahmen aller Art nutzen? Geht die lang ausgetüftelte Marketingstrategie auf? Risiken, die im Vorfeld schwer einzuschätzen sind und beim Einmieten in eine bereits bestehende Foto-Location definitiv nicht da wären, stehen der ersten Euphorie etwas im Wege und stellen das Start-Up vor weiteren Herausforderungen.
Wieso nehmen Mode-Unternehmen – wie das Start-Up adcada GmbH – diese Risiken dennoch auf sich und errichten beispielsweise ein eigenes Fotostudio? Die Vorteile dessen lassen sich nicht an einer Hand abzählen:
Einer der wohl wichtigsten Punkte ist die enorme Flexibilität. So können auch ganz spontan Shootings geplant und durchgeführt werden. Dabei ist es auch kein Problem, wenn nicht alle Outfits an einem angedachten Shooting-Tag „festgehalten“ werden können, da einem das eigene Studio ja jeden Tag zur Verfügung steht. Ebenfalls geht damit ein fehlender Zeitdruck einher: Man muss nicht auf eine fest vereinbarte Zeit achten und den Blick kontinuierlich auf die Uhr richten. Auch, wenn eine Terminabsprache mit eventuell benötigten Models weiterhin koordiniert werden muss, so ist die uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit ein nicht zu verachtender Pluspunkt.
Ebenfalls kann das Studio nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen errichtet und gestaltet werden. Wie groß ist die maximale Shooting-Fläche? Gibt es einen Green-Screen? Welche Fototechnik ist vorhanden? Gerade mit Blick auf die Konkurrenz sollte sich das neue Studio in puncto Größe und Ausstattung von anderen Locations markant unterscheiden. Zum einen wird so ein Alleinstellungsmerkmal in einem bestimmten Umkreis generiert und zum anderen das Interesse externer Firmen zur Anmietung in den eigenen Räumen geweckt.
Gerade die Möglichkeit, dass auch andere Unternehmen das hauseigene Studio nutzen können, eröffnet dem Start-Up einen weiteren Firmenzweig sowie eine neue Einnahmequelle. Ein nächster positiver Aspekt ist der generelle Marketingeffekt: Wird das Fotostudio national bekannt, wird es auf kurz oder lang auch das „Mutterunternehmen“.
Langfristig gesehen relativieren sich auch die in der Tat hohen Anschaffungskosten. Regelmäßig anfallende Ausgaben für eine auswertige Fotostudio- und Equipment-Anmietung fallen weg, Einnahmen durch Mieteinkünfte „trudeln“ hingegen ein.
Nichtsdestotrotz sollte ein jedes Start-Up bei solch Großprojekten ein Für und Wider sorgfältig abwägen, eine Pro- und Kontraliste erstellen und dann – eine solide Finanzierungsgrundlage vorausgesetzt – den Mut aufbringen und „einfach einmal ins kühle Nass springen“.
Die adcada GmbH aus Rostock hat dieses getan und erfreut sich seit März 2018 an ihrem hauseigenen und von Fremdfirmen anmietbaren Fotostudio.

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